Das ursprüngliche Japan

Auf unserer Reise lernen wir Jun kennen, einen Japaner aus Nagoya. Er sagt uns, dass wir Tokyo verlassen müssen, um das echte Japan kennenzulernen.

Nach einer Woche Tokyo machen wir uns dann mit dem Shinkansen auf den Weg nach Kyoto. Eine Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern, die eher wie eine Kleinstadt wirkt und eine Mischung aus dem modernen Leben und dem ursprünglichen Japan darstellt.

Was es zu entdecken gibt

In Kyoto fahren wir mit dem Bus zum Bamboo Trail, dem bekannten Trail durch riesige Bambussträucher. Als wir beim Aussteigen merken, dass uns der Mann am Fahrkartenschalter das falsche Tagesticket ausgestellt hat, weil kaum einer Englisch versteht, müssen wir den Bus bezahlen. Am Bamboo Trail ist es so kalt, dass wir nicht lange bleiben.

Nach einer halben Stunde gehen wir zurück zum Bahnhof und fahren zum Fushimi-Inari Shrine, dem meistbesuchten aller Shinto-Schreine in Japan. Wir spazieren unter den Toralleen durch und genießen das Grün drumherum.

Am Abend sind wir im Altstadtviertel Gion unterwegs – viele kleine Häuser, ursprüngliche Restaurants – hier sieht es ein bisschen aus wie in einer Ministadt.

Nach dem Besuch müssen wir unser falsch ausgestelltes Ticket umtauschen – das ist ein Punkt, in dem die Japaner äußerst kooperativ sind. Wir gehen zu dem Mann am Fahrkartenschalter und er gibt uns das bezahlte Geld einfach zurück.

Am Abend gehen wir mit Jun in ein traditionelles, japanisches Restaurant. Es gibt so etwas wie All you can Eat und wir probieren alles mögliche von Minifischen über Hühnchenknorpel bis hin zu Eiscreme mit grünem Tee-Geschmack.

Wir haben eine gute Zeit, lachen viel und Jun erzählt uns so einiges über die schönsten Seiten von Japan. Am Ende übernimmt er unsere Rechnung und lässt sich nicht darauf ein, dass wir selbst bezahlen.

Übernacht im Kapselhotel

Wir buchen zwei Nächte in einem Kapselhotel, um einmal die Erfahrung zu machen, dort zu schlafen. Noch dazu hat dieses Hotel einen Sento im Haus. Ein Onsen ist eine heiße, natürliche Quelle, in der man baden kann. Die gibt des überall in Japan. Ein Sento ist das gleiche, nur mit Wasser aus der Leitung. Eigentlich wie ein Mini-Schwimmbecken. Bevor man dort reingehen darf, wäscht man sich mit einem Tuch sauber ab. Eigentlich ist Kleidung hier untersagt – ebenso wie Tattoos. Das gilt aber mittlerweile eher für die altmodischen Onsen oder Sentos, wie wir erfahren. Das Kapselhotel ist eine interessante Erfahrung, jede Kapsel hat einen eigenen TV und irgendwie fühle ich mich hier einfach wohl.

Die Umgebung von Kyoto

Von Kyoto aus unternehmen wir Tagesausflüge nach Nara und Hiroshima.

Nara ist sehr naturbelassen, es gibt einen großen Park und mehrere Tempel, die besichtigt werden können. In dem Park sehen wir viel Rotwild, es ist offensichtlich an die Parkbesucher gewöhnt. Um dorthin zu kommen fährt man etwa 40 Minuten mit dem Zug, die Strecke ist im JR Pass inbegriffen. Die Stadt ist ursprünglich, es gibt viele kleine japanische Restaurants und Läden, die einheimische Spezialitäten verkaufen. Sehenswert!

In Hiroshima gehen wir zum Bomb A Dome, dem einzigen Gebäude, das nach dem Abwurf der Atombombe 1945 noch zum Teil erhalten blieb. Heute ist es ein Friedensdenkmal und soll an die Kinder erinnern, die bei dem Angriff ums Leben gekommen sind.

Ein Volunteer dort erzählt uns, dass er den Japanern gerne den Hintergrund des Ortes und der Geschichte näherbringen möchte, denn viele Japaner reisen hierher, um Fotos zu schießen. Das Problem ist, dass sie in der Schule zwar lernen, dass der Angriff stattgefunden hat. Sie lernen aber nicht, warum.

Der Friedenspark ist schön, wir spazieren etwas herum und finden die Friedensflamme inmitten des Parks. Am Ende befindet sich das Friedensmuseum, das die Geschehnisse dokumentiert und ebenso als Andenken gilt.

Wenn man Hiroshima so sieht, dann kann man sich gar nicht mehr vorstellen, was hier passiert ist. Die Stadt ist modern, sauber und belebt. Trotzdem wird man an den besagten Plätzen nachdenklich und wir fragen uns immer wieder, wie solche Dinge passieren können.

Anschließend fahren mit dem Zug und der Fähre auf die nahegelegene Insel Miyajima, auf der sich der Itsukushima-Schrein mit seinem riesigen Torii befindet, welches seit 1996 zum UNESCO-Welterbe gehört. Bei Flut steht das Tor im Wasser, während es bei Ebbe begehbar ist.

Auf der Insel Miyajima kann man übernachten, alles dort ist sehr ursprünglich und gemütlich klein. Es gibt ein paar Cafés und Restaurants sowie Souvenirshops in den Straßen.

Unser Fazit

Kyoto ist eine schöne und gemütliche Stadt. Wir hätten uns hier noch länger aufhalten können. Nara ist ursprünglich und sehr gemütlich. Hiroshima ist modern und geschichtlich sehr interessant. Uns gefällt Japan extrem gut und wir wollen definitiv nochmal herkommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*