Die Millionenstadt Tokyo

Wir sind schon seit unserer Reiseplanung gespannt auf Japan. Unterwegs treffen wir immer wieder Menschen, die sehr von dem Land fasziniert sind und unsere eigene Reise nach Japan erweist sich anders als erwartet.

Gleich beim Abflug aus Jakarta die erste Überraschung – der Flug von Japan Airlines ist überbucht, wir bekommen ein Upgrade in die Premium Class! Das freut uns ziemlich, denn die Sitze sind endbequem und wir können uns richtig breit machen. Nach einigen Turbulenzen und insgesamt 7 Stunden Flugzeit landen wir in Narita, einem der beiden internationalen Flughäfen in Tokyo.

Mit der Bahn fahren wir in die Stadt, unsere Unterkunft liegt etwas außerhalb. Auch der erste Eindruck von Japan ist überraschend – alles ist so ruhig.

Trotz der vielen Menschen geht alles sehr geordnet zu und es ist nirgendwo wirklich laut. Man geht die Treppe dort runter, wo es angeschrieben ist. Wer auf den Zug wartet, der tut das hinter den gelben Linien in einer Reihe, denn daneben steigen die anderen Fahrgäste aus dem Zug aus. Kein Gedränge, kein Chaos.

Was es zu entdecken gibt

Wir sehen uns zwei Tage lang mit Marcel und Roland die Stadt an, Sightseeing non-stop 🙂 dabei kommen wir an so einigen Attraktionen vorbei, z.B. dem Tokyo Tower, dem Meiji-Schrein oder dem Government-Building, in dem man umsonst bis zum 45. Stock hochfahren darf und den Blick über ganz Tokyo und (mit etwas Glück) auf den Mt. Fuji genießen kann.

Am Abend sind wir im Womb unterwegs, einem der bekanntesten Nachtclubs der Welt. Wir merken, dass erst Dienstag ist, denn besonders voll ist der Club nicht. Dafür macht das feiern genauso viel Spaß.

In Akihabara steigen wir aus und probieren die berühmten Teppanyaki, frittierte Bällchen mit Tintenfisch innen drin. Die gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen – der Klassiker ist der mit Barbecue-Soße.

Es gibt eine kleine Fressmeile direkt an der U-Bahn-Station, dort kann man verschiedene japanische Leckereien probieren!

Die Preise in Tokyo sind ähnlich wie in München oder anderen Großstädten, am Wochenende könnte es allerdings etwas teurer werden. Die Taxifahrten dagegen sind hier unbezahlbar – gezwungenermaßen müssen wir für eine Strecke von 8 km umgerechnet 50 Euro bezahlen.

Transportkosten

Im Allgemeinen sind die Kosten für den Transport relativ hoch. Welche (günstigeren) Möglichkeiten es gibt und ein paar andere Dinge über Japan habe ich hier aufgelistet.

Was Tokyo so besonders macht

Tokyo ist vergleichsweise eine entspannte Stadt. Das gilt natürlich weniger für Shibuya oder Shinjuku, den wohl bekanntesten Vierteln überhaupt. Hier gibt es alles, was man sich vorstellen kann – Shoppingmalls, Plattenläden, Comicstores, Spielhallen.. also langweilig wird es garantiert nicht.

Berühmt für die großen Menschenmassen während der Rush Hour ist Shibuya-Crossing, an der in einer Grünphase bis zu 2000 Leute die Straße überqueren. Vom Starbucks oder anderen Cafés drum herum kann man das Treiben gemütlich beobachten, natürlich muss man auch fast mal selber drübergehen. Einfach Wahnsinn!

In Akihabara, der Electric Town, ist ebenso viel geboten. Elektroläden en masse, auch die berühmten Maid-Cafés sind hier zu finden – aber darüber sollte man sich selbst eine Meinung bilden. Wir finden es ein bisschen verrückt.

Die U-Bahnen sind teilweise sehr voll und wir sehen die berühmten U-Bahndrücker an den Stationen stehen. In Aktion erleben wir sie nicht und wenn ich die U-Bahnen hier mit München vergleiche, dann habe ich nicht das Gefühl, dass hier mehr los ist. Dazu muss ich aber auch sagen, dass wir NIE zur Rush-Hour dort waren! Dann ist das Ganze wohl eine andere Hausnummer.

Wir treffen viele Geishas auf der Straße

Wenn wir aber diese gut besuchten Gegenden und die U-Bahnen verlassen, stellen wir fest, dass Tokyo nicht so wuselig und belebt ist, wie wir uns das vorgestellt haben. Also ich meine hier leben 37 Millinoen Menschen, aber davon ist nur an wenigen Orten etwas zu spüren.

Vielleicht liegt das auch an den Japanern selbst. Deren Mentalität ist anders, alle sind sehr in sich gekehrt und ruhig. Einmal höre ich, wie eine Dame laut ins Telefon schimpft und sehe dann, dass die anderen Japaner sie neugierig anschauen. In den Bahnen sind überall Hinweisschilder angebracht, dass die Smartphones lautlos geschaltet sein sollten und man bitte davon absieht, zu telefonieren. In den Bahnen wird wenig gesprochen, viele nehmen Platz und beginnen sogleich ein Nickerchen. In Japan völlig normal, denn die Arbeitszeit beträgt hier meist etwa 12 Stunden täglich. Dafür verdienen die Japaner nicht besonders gut.

Eine weitere Überraschung auf unserer Reise ist, dass Tokyo gar nicht so teuer ist, wie wir dachten. Es gibt natürlich Unterkünfte, Restaurants und Attraktionen, bei denen man haufenweise Geld liegen lassen kann. Aber wer die Augen offenhält kann sehr günstige Restaurants oder Küchen finden (Gerichte ab 3 Euro), außerdem sind viele Sehenswürdigkeiten hier umsonst.

Traditionelles Teiggebäck mit Bohnenmus gefüllt

Die Japaner, die wir treffen, sind alle unglaublich hilfsbereit. An den Bahnstationen werden Tickets umgetauscht, wenn man aus Versehen das falsche gekauft hat. Es ist Tradition, dass die Mitarbeiter im Restaurant neue Gäste begrüßen („Hashe masseeee“) und nach gefühlt 1 Sekunde den Tee bringen, den es immer umsonst gibt – alles andere wäre in japanischen Augen unhöflich.

Sumoringen in Ryogoku

An einem Morgen stehen wir um 6.30 Uhr in der Sumotown Ryogoku der Warteschlange, um ab 7.45 Uhr Tickets für die aktuellen Sumo-Championships zu ergattern. Es hat um die 5 Grad und wir zittern 2 Stunden in der Kälte. Das Warten lohnt sich! Wir bekommen Karten und können uns an diesem Tag die Sumokämpfe ansehen. Naja, die Kämpfe an sich dauern ja nur wenige Sekunden, dafür sind die Rituale im Voraus umso länger.

Die Zuschauer sind relativ ruhig, beim entscheidenden Griff des Sumos, um den Gegner aus dem Ring zu drücken, entfährt allen ein „Ooohhh“ und vereinzelt hören wir Rufe, die den kämpfenden Sumos gelten. Trotzdem finden wir es interessant, das mal zu sehen und würden uns jederzeit wieder dafür in die Kälte stellen. Für die Finals muss man allerdings etwas früher aufstehen – hier kann es sein, dass man schon vor 4 Uhr oder früher da sein muss, um noch ein Ticket zu bekommen.

Unser Fazit

Tokyo hat unglaublich viel zu bieten und wir haben noch lange nicht alles gesehen. Wer Städte mag wird Tokyo lieben. Man könnte hier locker eine Woche oder mehr verbringen, wenn man wirklich alle Sehenswürdigkeiten abklappern will. Wer mehr vom ursprünglichen und echten Japan entdecken will, der kann Tokyo nach 3 Tagen verlassen und eher in die ländlichen Gegenden reisen.

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