7 überraschende Fakten über Japan

Wenn wir den Fernseher einschalten und uns eine Doku über Japan anschauen, dann wird da schon irgendwie das Bild von einem hochtechnisierten und verrückten Land vermittelt. Nachdem wir das Land 2 Wochen bereist haben, denken wir komplett anders darüber und es gibt auch ein paar Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.

1. Von A nach B kommen ist ziemlich teuer

Die Transportkosten in Japan sind echt hoch. Am besten kommt man mit dem Zug durch das Land, allerdings hat das auch seinen Preis. Für die 2 1/2-stündige Fahrt mit dem Shinkansen von Tokyo nach Kyoto etwa zahlt man ca. 130 Euro. Einfach.

Am günstigsten fährt man mit dem Japan Rail Pass für 7, 14, oder 21 Tage. 7 Tage kosten umgerechnet 230 Euro, der Pass muss vor Antritt der Reise beantragt werden oder (wie bei uns) online beantragt und ans Hostel / Hotel geschickt werden. Es gibt den Pass in Japan erst ab März 2017 für 10% teurer zu kaufen.

Der JR Pass deckt auch die Streckennetze der JR Line innerhalb und zwischen verschiedenen Städten ab. Damit kommt man teilweise ganz gut durch, z.B. in Tokyo und drum herum. Überall kommt man nicht hin, da die U-Bahnen von unterschiedlichen Betreibern geführt werden und man folglich unterschiedliche Tickets benötigt oder eine aufladbare Karte, die dann für alles gilt. In Kyoto dagegen ist der Pass nur für die Sehenswürdigkeiten nutzbar, da die JR Line nur diese anfährt. Es macht Sinn, das Netz der JR Line vorher zu checken. Wer viel mit dem Shinkansen fährt, für den lohnt sich der JR Pass aber sowieso.

Für Budgetreisende gibt es als Alternative verschiedene Busunternehmen. Das bekannteste ist der WillerExpress, der Tag- sowie Nachtfahrten auf verschiedenen Strecken anbietet. Die Fahrt von Tokyo nach Kyoto über Nacht kostet etwa 50 Euro. Die Preise sind oft abhängig vom Wochentag oder den Feiertagen.

Taxifahren ist in Japan eher was für volle Taschen. Für eine Strecke von etwa 8 km bezahlen wir knapp 50 Euro – unglaublich! Dafür sind die Taxis echt cool: alte Mercedes in schlichtem Stil und die Taxifahrer tragen Stoffhandschuhe. Man fühlt sich ein bisschen wie im Film.

2. Japanische Franchise-Unternehmen haben sehr leckeres essen

In Japan gibt es mehrere Ketten, die japanisches Fastfood anbieten. Das geht ungefähr so schnell wie bei den Fastfood-Ketten, die wir so kennen. Hier gibt es aber nicht nur Burger, sondern japanisches Essen wie z.B. verschiedene Bowls mit Reis und Fleisch / Käse oder Suppen. Bekannt ist Yoshinoya – hier geht es wirklich super fix und das Essen schmeckt gut.

Die Miso-Suppe ist lecker! Im Allgemeinen gibt es viele Fastfood-Restaurants, da die Japaner nur wenig Zeit zum essen haben. Abgesehen davon ist das Essen dort günstig: Für eine Miso-Suppe, Lachs und eine Bowle Reis habe ich weniger als 4 Euro bezahlt.

Manchmal gibt es in den Schnellrestaurants Automaten am Eingang, an denen man ein Ticket für das Essen löst, das man haben möchte und auch gleich bezahlt.

Damit gehts dann zur Bedienung hinter der Theke und die sorgt dafür, dass in wenigen Minuten (manchmal auch schon in einer Minute) das Essen fertig auf dem Tisch steht. Verrückt!

3. Sich in Japan zurechtzufinden ist gar nicht so schwer

Wir haben oft auf anderen Blogs gelesen, dass es extrem schwer ist, sich in Japan zurecht zu finden, da alles auf japanisch angeschrieben ist und keiner Englisch kann. Die Japaner sprechen tatsächlich nicht besonders gut Englisch und wir waren oft etwas hilflos, wenn die Angaben (mal) nur in japanischen Schriftzeichen gemacht wurden.

Allerdings sind überall nette Menschen, die man (trotz Sprachbarriere) um Hilfe fragen kann! Wir haben damit fast nur gute Erfahrungen gemacht und sind wesentlich schneller ans Ziel gekommen, als alles auf eigene Faust zu regeln. Besonders beim U-Bahn fahren kann das eine große Hilfe sein.

4. Japan kann man auch als Backpacker gut bereisen

Tokyo scheint auf den ersten Blick ziemlich teuer, besonders im Gegensatz zu den kleineren Städten Japans. Trotzdem gibt es hier sehr günstige und vor allem gute Hostels. Das Anne Hostel Yokozuna in Ryogoku kann ich nur empfehlen – es liegt inmitten von Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten und der Weg zu den Sehenswürdigkeiten ist (für Großstadtverhältnisse) nicht allzu weit.

Viele Sehenswürdigkeiten in Japan sind umsonst, wie die Government Buildings in Tokyo, der Fushimi-Inari Schrein in Kyoto, der Stadtpark in Nara oder der Friedenspark in Hiroshima.

Günstiges und gutes Essen gibt es bei den Franchise-Unternehmen. Wir haben auch ein paar Backpacker getroffen, die sich ihr Essen beim SevenEleven geholt haben. Dort gibt es viele Angebote für Sushi und andere Mixed Plates aus dem Kühlregal ebenso wie warmes Essen.

5. Die Japaner essen viel Fleisch

Ich war erstaunt, wie wenig vegetarische Gerichte es auf der Karte zu finden gibt. Die Japaner scheinen Fleisch zu lieben, denn von 15 Gerichten war meist 1 vegetarische Variante dabei. Das Gute ist aber, dass man sich sein Essen auch einfach zusammenstellen kann. Es gibt dann einfach die Gerichte, z.B. Reis, Lachs, Salate oder Suppen aufgelistet und man kann sie einzeln bestellen.

Wir gehen einmal Sushi essen – Running Sushi in Tokyo. Ehrlich gesagt bin ich etwas enttäuscht, denn das Sushi schmeckt nicht besonders. Es war ok! Aber eben nichts besonderes. Im Allgemeinen gibt es auch nicht so viel Fisch – in gewöhnlichen Restaurants nicht mehr als bei uns (dazu zählen natürlich keine Sushi-Restaurants).

6. In Japan gibt es Automaten, die warmen Kaffee verkaufen

Ja, wir waren echt überrascht. Als wir uns aus einem Automaten einen Kaffee holen kommt die Dose raus und ist warm! Also wirklich die perfekte Temperatur, um den Kaffee zu trinken. Da gibt es ebenso warmen Tee oder Kaba und für ca. 130 Yen wirklich ein Schnäppchen. Auch in den Supermärkten gibt es überall Regale, die warme Getränke verkaufen.

Das Angebot ist groß. Im Winter ist das echt klasse, denn wenn es draußen so kalt ist wollen wir uns zwar aufwärmen, aber nicht immer in ein anderes Café gehen. Also holen wir uns einen warmen Kaffee am Automaten – easy 🙂

7. Wir haben ein falsches bild vom verrückten Japan

Als wir in Tokyo ankommen sind wir überrascht, wie entspannt und geordnet hier alles zugeht. Die Menschen sind geschmackvoll und relativ einheitlich in weiß- und schwarztönen gekleidet und ich würde mal behaupten, dass es hier nicht mehr verrückte Leute gibt als bei uns. Natürlich ist das ein subjektives Bild, das jeder sich von einem Land oder einer Stadt aufbaut und ich kann hier nur von meinem eigenen Bild sprechen.

Wir sehen die typischen Manga-Mädchen immer wieder mal in der U-Bahn und auch die Maids sind außergewöhnlich gekleidet. Es gibt einen interessanten Artikel auf N24 über ausgefallene Modearten in Tokyo, die aktuell modern sind. Aber die Subkultur ist wesentlich weniger präsent als es uns über die Medien vermittelt wird.

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