Ubud – das spirituelle Zentrum Balis

Wir haben uns aufgrund der Regenzeit beinahe schon gegen Indonesien entschieden – das wäre wirklich der größte Fehler gewesen!

Die Ankunft

Vor unserer Ankunft in Bali war uns das noch nicht klar. Im Flugzeug lernen wir einen jungen Indonesier kennen, der uns darauf hinweist, dass es in Ubud, unserem ersten Ziel, „very cold“ ist. In Denpasar am Flughafen regnet es aus Eimern und die Straßen stehen teilweise zur Hälfte unter Wasser, unser Taxifahrer schießt trotzdem mit 80 drüber und weicht den anderen Autos und Rollern aus. Auch er erzählt, dass es in Ubud sehr kalt ist. Andi und ich schauen uns fraglos an – da hake ich mal nach, was denn kalt heißt und er Taxifahrer antwortet mit „maybe about 25 degrees“. Ok, ziemlich kalt. Für die Balinesen vielleicht.

In Ubud kommen wir mitten in der Nacht an und finden unser Guesthouse nicht (typisch mal wieder). Es gibt unzählig viele Unterkünfte, die so ähnlich heißen, dass man sie kaum unterscheiden kann. Ein Indonesier, der morgens um 3 auf seinem Moped vorbeikommt, schickt uns zu einem Guesthouse, das er für das richtige hält. Wir haben nur ein Bild vom Pool auf unserem Handy (mit 1 glorreichen Prozent Akku) und sehen gleich, dass es das nicht sein kann. Also laufen wir noch eine Stunde durch die Gegend (es ist mittlerweile fast 4 und der Akku ist alle) und stellen unsere Rucksäcke für eine kurze Pause ab – direkt vor dem Schild zu unserem Guesthouse, das dort zusammen mit 10 anderen auf einer Tafel angebracht ist.

Ja, das einzig schwarze Schild verweist auf unsere Unterkunft. Nichts desto trotz: Wir haben sie gefunden! Die Unterkunft hat keine 24h-Rezeption und so schlafen wir erstmal am Frühstückstisch, aber das tut der Sache nichts ab. Als um 6 Uhr jemand aufwacht dürfen wir schon unser Zimmer beziehen. Das ist irgendwie so ganz selbstverständlich, dass wir schon am morgen ins Zimmer dürfen, wenn es frei ist, obwohl wir erst für die folgende Nacht gebucht haben. Nicht nur hier, auch in Laos und Vietnam haben wir das erlebt – einfach total gastfreundlich.

Opfergaben zur Vertreibung der Dämonen

Schnell merken wir, dass Herzlichkeit für Balinesen noch einmal ein ganz anderes Maß ist als in den anderen Ländern. Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht, aber wer einmal in Bali war, der weiß, was ich meine. Es wird einfach alles dafür getan, dass wir uns wohlfühlen und die Jungs im Guesthouse suchen immer den Kontakt zu uns, um sich zu unterhalten.

Was es zu sehen gibt

Ubud sieht auf den ersten Blick aus wie ein gemütliches Städtchen, es entpuppt sich jedoch als Touristenhochburg. Ab 10 Uhr morgens fließen die Touristenströme hier durch die Straßen und wir treffen kaum Einheimische an. Die Straßen sind sehr schmal, es gibt viele Abzweigungen, die von Cafés und Restaurants gesäumt sind.

Ruhe gegen 9 Uhr morgens

Ubud ist schön, aber wir vermissen das authentische Leben hier. Vielleicht liegt es aber auch an Silvester, denn wir sind gerade über den 31. Dezember hier. Im Gespräch mit anderen Reisenden bekommen wir schon den Eindruck, dass Ubud nicht immer so überlaufen ist.

Die Umgebung bietet viel – die Tegalalang Reisterrassen, eine Kaffee- und Kakaoplantage und den heiligen Tempel Pura Tirta Empul. Einen halben Tag lang machen wir eine kleine Rundfahrt zu diesen Sehenswürdigkeiten.

Wir finden, es lohnt sich. Zum ersten Mal kommen wir auf der Kaffeeplantage mit einer Einheimschen ins Gespräch, die uns etwas über das Leben auf Bali, die Schulbildung hier und die Arbeitsverhältnisse erzählt.

In Ubud gibt es viele Yogazentren, die morgens und teilweise über den ganzen Tag verteilt Yoga Classes anbieten – auch für Anfänger. Ich war dort einmal beim Yoga und es war eine sehr coole Erfahrung. Das kann ich jedem empfehlen.

Unser Fazit

Uns hat in Ubud das authentische indonesische Leben gefehlt. Die Stadt ist vom Tourismus einfach überlaufen. Aber wie bereits erwähnt, es war auch über Silvester. Die Erfahrung dort war trotzdem wertvoll und ich würde jederzeit wieder hingehen!

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