Die Killing Fields in Phnom Penh

In Phnom Penh machen wir uns auf den Weg zu den Killing Fields. Hört sich hart an und das ist es auch. Hier sind wirklich unvorstellbare Dinge passiert.

Vorneweg: Ich habe für diesen Beitrag keine Bilder, da wir uns dazu entschlossen haben, beim Besuch der Killing Fields keine Fotos zu machen.

Die Geschichte

In den 80ern Jahren ist die Armee der Roten Khmer unter der Führung von Pol Pot in Kambodscha eingefallen und hat 1/3 der kambodschanischen Bevölkerung ausgerottet. Dieser Streifzug richtete sich in erster Linie gegen gebildete Menschen und ebenso deren ganze Familien, damit keiner in der Zukunft Rache nehmen könnte. Auf den Killing Fields wurden die Sitzungen der Roten Khmer abgehalten, begleitet von Parolen, die aus den Lautsprechern schallten – zumindest dachten das die Anwohner.

In Wirklichkeit waren die Killing Fields das, was ihr Name verrät. Die Gefangenen wurden hierher verfrachtet, wie in die Konzentrationslager in Deutschland, und auf brutale Weise umgebracht. Männer, Frauen und auch Kinder, sogar Babys, fanden den Tod. Da die Roten Khmer sich keine Schusswaffen leisten konnten, arbeiteten sie mit allen erdenklichen Werkzeugen, um die Menschen zu töten – Hammer, Schlagstöcke, Eisenstangen.

Pol Pot und die Roten Khmer hatten die Vorstellung eines Bauernstaates. Das Ziel war es, zurück zur Landwirtschaft zu gehen und die Exporte von Reis in einem unrealen Maße zu erhöhen. Dafür mussten die Gefangenen täglich schuften, Reis anbauen und abernten – essen durften sie davon kaum etwas.

Neben der harten Arbeit wandten die Roten Khmer auch Foltermethoden an. Die Menschen wurden gezwungen, Geständnisse über Vergehen abzulegen, die sie nicht begangen hatten. Anschließend wurden sie gefoltert. Sie mussten sich immer etwas Neues ausdenken. Wem die Geschichten ausgingen, der wurde getötet. Am Ende haben 3 Millionen Menschen hier ihr Leben verloren.

Die Killing Fields heute

Wer an den Killing Fields ankommt, der darf sich am Eingang einen Audioguide holen. Wir gehen den nummerierten Weg auf den Killing Fields ab, hören uns die Geschichten der Überlebenden und damaliger Armeemitglieder an. Der Ort wirkt wirklich bedrückend, die Geschichten machen uns traurig und kaum einer der anderen Besucher spricht. Wenn ich hier so sitze und darüber schreibe, spüre ich gleich wieder die bedrückende Stimmung. Einfach unfassbar, was da passiert ist und vor allem ist das Ganze noch gar nicht lange her.

Wir sehen Gräber, in denen die Menschen lagen. In einem Glaskasten liegen die Kleidungsstücke der Verstorbenen. Am Ende des Wegs befindet sich eine Art Turm, in dem die gefundenen Schädel und Werkzeuge sichtbar gelagert werden. Er wurde in Gedenken an die Menschen errichtet, die hier ihr Leben verloren haben. Noch immer spült der Regen Kleidungsstücke und Überreste der menschlichen Knochen an die Oberfläche – die Parkhüter sammeln diese regelmäßig ein.

Ursprünglich haben wir noch weitere Pläne für den Tag. Nach den Killing Fields sind wir beide irgendwie betroffen und fahren zurück ins Hotel. Wer ein niederschmetterndes Stück Geschichte aus Kambodscha hautnah erleben will, der wird dies auf den Killing Fields.

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