Das immergrüne Zentralvietnam

In Zentralvietnam ist die Landschaft wirklich beeindruckend. Überall dichter Dschungel in saftigem Grün und Höhlen, die teilweise tagelang durchlaufen werden können. Was uns darüber hinaus an diesem Teil des Landes fasziniert sind die Leute dort.

Ninh Binh

In Ninh Binh, einer Stadt auf dem Weg von Hanoi nach Phong Nha, machen wir einen kurzen Zwischenstopp. Wir sind in einem Guesthouse und lernen die überaus liebe und hilfsbereite Besitzerin Huyen kennen. Sie hilft mir beim Kauf eines neuen Handys (nachdem ich meines verloren hatte) und handelt sogar noch einen besseren Preis aus. Da die Leute im Shop kein Wort Englisch verstehen und auch Zeichensprache auf Unverständnis trifft bin ich überglücklich, dass mit der Handygeschichte alles gut klappt. Wirklich herzlich!

Am gleichen Tag leihen wir uns einen Roller aus und erkunden die Gegend, die ‚Halong Bay‘ an Land, wie Huyen uns erklärt. Unweit der Stadt kann man an einem Fluss ein Boot mieten und an den riesigen Steingebilden vorbeischippern.

Wir essen in einem kleinen Lokal am Straßeneck und ich versuche zum ersten Mal unseren Roller mit manueller Schaltung zu fahren. Die Familie vom Lokal kommt gleich auf die Straße gelaufen und schaut – ebenso wie die Anwohner drumherum. Ich drehe eine Runde um den Block und alle freuen sich, als ich heil wieder ankomme.

Der enge Kontakt zu den Einheimischen ist eigentlich schon das, was unsere Zeit in Vietnam ausmacht. Das haben wir sonst nirgendwo so extrem und das ist es auch, was die Vietnamesen so besonders macht – ihre Offenheit anderen gegenüber.

Nach einem Tag verlassen wir die Stadt wieder mit dem Nachtbus Richtung Phong Nha. Ich glaube eine Nacht dort ist auch ausreichend um alles zu sehen.

Homestay in Phong Nha

Es ist 4 Uhr morgens als wir mit dem Nachtbus aus Ninh Binh in Phong Nha ankommen. Wir sitzen in einem Office und warten bis es hell wird. Taxis gibt es leider keine. Unser Homestay ist 3 km außerhalb von Phong Nha und so müssen wir mit unseren Rucksäcken dorthin laufen. Auf dem Weg wacht das Dorf langsam auf – die Schüler radeln zur Schule, die Bauern treiben die Kühe durch die Siedlung und wir werden von allen so herzlich gegrüßt.

In der Siedlung kommen vermutlich nur selten Touristen vorbei, alle Kinder winken uns zu. Bis wir den Homestay finden dauert es fast 2 Stunden, keiner im Dorf versteht uns. Irgendwann gegen 7 Uhr morgens kommen wir total müde bei Nang, unserem Gastgeber, an. Er empfängt uns mit einem Frühstück und wir dürfen schon ins Zimmer und uns ausschlafen.

Die Zeit im Homestay ist wirklich richtig nett, wir werden umsorgt und dürfen dafür Karaoke mitsingen 🙂 Klingt schrecklich bei uns, witzig war es trotzdem. Die Vietnamesen stehen auf Boybands und lieben Karaoke.

Auch der Kaffee hier ist der beste, den wir je getrunken haben. Vietnam ist zweitgrößter Kaffeeexporteur nach Brasilien und hier wird der Kaffee grundsätzlich mit süßer Kondensmilch getrunken. Wieder was gelernt.

Als wir zur Paradise Cave fahren, der wohl bekanntesten Höhle in der Umgebung von Phong Nha, sind die Berge nebelverhangen und es nieselt. Ein unvergesslicher Anblick. Andi muss ein bisschen aufpassen, da die Straßen echt rutschig werden wenn es nass ist.

Die Paradise Cave ist groß und über einen Holzsteg begehbar. Die Höhle ist mit vielen kleinen Lampen ausgeleuchtet, das verleiht den gemusterten Steinen etwas besonderes. Andi und ich sind fasziniert, wie riesig die Stalaktiten und Stalakmiten dort sind.

Es ist schön hier, nach einer viertel Stunde sind wir aber durch. Der Weg zum Eingang ist etwas rutschig, es gibt die Möglichkeit mit einem Shuttle hochzufahren (das letzte Drittel muss trotzdem gelaufen werden). Mit umgerechnet 10 Euro Eintritt pro Person ist die Höhle auch nicht ganz billig.

Auf dem Rückweg bleiben wir in einem Lokal in Phong Nha zum essen. Ich bestelle den Morning Glory (Wasserspinat) mit Reis, den es hier überall gibt.

Bevor wir in unserem Homestay ankommen beginnt es aus Eimern zu regnen und wir werden tropfnass. Zum Glück gibt die Dusche für kurze Zeit heißes Wasser her – das gibts auch nicht immer in Vietnam.

Phnog Nha an sich ist wirklich ein kleines Dorf. Es gibt ein paar Lokale und Unterkünfte an der Hauptstraße, ansonsten ziehen sich die Wohnsiedlungen (wie alle Dörfer in Vietnam) entlang der Verbindungsstraßen.

In der Umgebung gibt es mehrere Höhlen und Wasserfälle zu erkunden. Man braucht dort auf jeden Fall einen Roller.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*