Hanoi – Verkehrschaos und Idylle

Hanoi ist ein Wechselspiel aus Stress und Ruhe. Für uns war es eher eine ruhige Hauptstadt, trotz dessen, dass der Verkehr total verrückt ist.

Taxi fahren

Das Taxi, mit dem wir vom Busbahnhof gefahren sind war gar kein Taxi, wie wir im Nachhinein festgestellt haben. Man sollte also genau schauen, wo man einsteigt und ob das Taxi ein offizielles ist. Manche Menschen bieten Fahrten mit ihrem Privatauto an. Das Gute ist, dass die Taxifahrer ohne Nachfrage das Taximeter einschalten und man nicht ständig um seinen Fahrpreis feilschen muss, wie etwa in Bangkok.

Auf den Straßen unterwegs

Der Verkehr in Hanoi ist einfach unüberschaubar. Als wir dort ankommen sind wir leicht überfordert von den vielen Mopeds und Rollern, die sich durch die Straßen und durch die anderen Autos schlängeln.

Oft sind die Gehwege nicht begehbar, da sie mit Rollern zugeparkt werden. Es wird also viel auf der Straße gelaufen und nicht nur die rasante Fahrweise der Vietnamesen ist dabei etwas anstrengend, sondern auch das endlose Gehupe. Das Gute ist, dass durch die chaotische Fahrweise jeder auf den anderen schaut. Läuft jemand auf die Straße, dann wird gebremst oder ausgewichen. Und natürlich gehupt. Rechts vor links gibt es nicht, wer zuerst kommt, fährt zuerst.

Alle paar Meter sprechen uns Frauen an, die Obst oder Gebäck verkaufen. Wenn man nicht aufpasst hat man gleich selber den Non La auf dem Kopf.

Die Kellner stehen vor ihrem Restaurant – „want some fooood?“ – und die Frauen in den Garküchen winken uns zu sich her. Wir sind damit beschäftigt, uns einen Weg durch die geparkten Roller zu suchen und gleichzeitig nicht überfahren zu werden.

Als wir durch die Stadt spazieren kommen wir doch tatsächlich an einem Fish Fight vorbei. Fish Fight? Das sieht so aus:

Die Gläser auf den Tischen sind mit Wasser gefüllt und ein Vietnamese setzt jeweils zwei Fische in ein Glas. Dann wird das Glas geschüttelt, bis ein Sog entsteht und der Vietnamese stellt sie wieder zurück auf den Tisch. Laute Rufe und Geldwetten – wir fühlen uns wie bei einem Wettkampf. Soll es wohl auch sein. Allerdings sehen wir die Fische nicht miteinander kämpfen – wie auch. Das aufgewirbelte Wasser lässt die Fische im Glas herumeiern und keiner ist fähig, richtig zu schwimmen. Ehe das Wasser zu Ruhe kommt, wird die Kanne erneut geschüttelt. Ein Vietnamese nimmt das gesetzte Geld. Auf welchen Fisch er gesetzt hat – wir haben keine Ahnung! Das ist also ein Fish Fight.

Neben dem Fish Fight sehen wir auf unseren Wegen mehrmals Hunde in winzig kleine Käfige gezwängt, um die die Ratten herumrennen. Auch das ist (leider) ein Teil von Vietnam, das finden wir auch auf dem Land und solche Erlebnisse machen uns immer wieder nachdenklich.

Die ruhige Seite der stadt

Auf der anderen Seite hat Hanoi sehr idyllische Plätze zu bieten. Es gibt mehrere Seen in der Stadt. Dort kann man in den angrenzenden Restaurants essen und trinken oder auch ein Tretboot mieten und auf dem See rumschippern.

Das ist definitiv ein entspannender Ausgleich zum Gewusel auf den Straßen. An den zentralen Seen hat man außerdem einen schönen Ausblick auf die Hochhäuser in Hanoi und kann den Fischern beim angeln zusehen. Das Angeln läuft hier etwas anders als bei uns: Angel rein, Fisch beißt an, Angel raus, Fisch wird auf den Gehweg gelegt. Ist der Angler fertig, dann nimmt er die gefangenen Fische vom Gehweg mit.

Neben den Seen gibt es auch mehrere Grünflächen und kleine Parks. In den Parks ist es ruhig, da hier meist keine Fahrzeuge fahren dürfen. Als wir hier ankommen merken wir, wie gut die Ruhe tut. Im Allgemeinen schlendern wir viel durch die Straßen, weil es einfach so viel zu sehen gibt.

Die Vietnamesen sind sehr freundlich und haben fast immer ein Lächeln parat. Besonders in den abgelegenen Straßen, wo wir viele Einheimische antreffen, werden wir häufig mit „Xin Chao“ begrüßt.

Hanoi ist in mehrere Stadtteile aufgeteilt, u.a. das französische Viertel, das Old Quarter und das Backpackerviertel. Wer auf einem Spaziergang vom Old Quarter ins französische Viertel läuft, der merkt schnell die Veränderung: Das Old Quarter ist sehr ursprünglich, mit vielen kleinen Läden und Garküchen der Einheimischen, deren Räumlichkeiten so aussehen, wie man sie vom Land kennt. Einfach Einrichtung, kleine Auswahl. Immer wieder liegen zwischen den Straßenständen und Verkaufsläden kleine Werkstätten. Im französischen Viertel hingegen fühlt man sich plötzlich wie im Westen. Die Gebäude sind groß und sehen neu aus, es gibt Designerboutiquen und Nobelrestaurants. Das Backpackerviertel ist irgendwo dazwischen, sozusagen ein Mix aus beidem. Hier zu übernachten ist relativ gut, da es sehr zentral liegt.

Die Aufteilung gibt Hanoi eine gewisse Vielfalt und es gibt wirklich überall etwas zu entdecken, wie z.B. kleine Restaurants, die nur über einen Innenhof erreicht werden können. Wir waren einmal im Zenith Café – schwer zu finden, aber ausgezeichnetes Ambiente und leckeres vegetarisches Essen. Auch die Lantern Lounge ist eine Top-Adresse für ein Abendessen. In Hanoi sehen wir auch zum ersten Mal seit langem wieder Foodketten wie KFC oder Dunkin´Donut.

Unser Fazit

Hanoi vereint die westliche Moderne mit traditionellen, vietnamesischen Gegebenheiten und wir finden, dass dieser Mix der Stadt einen besonderen Flair verleiht. Wir haben uns in vietnams Hauptstadt sehr wohl gefühlt und würden jederzeit wieder herkommen.

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