Luang Prabang und was die Stadt so besonders macht

Luang Prabang ist eine Oase im laotischen Bergland. Die Stadt ist im Vergleich zu anderen laotischen Städten sehr sauber und Mülleimer sind hier ausnahmsweise keine Rarität. Vielleicht hängt das
mit der Erklärung zum UNESCO-Weltkulturerbe zusammen, die Luang Prabang vor 20 Jahren erhielt.

Der Buddhismus

Hier haben wir den Buddhismus am intensivsten wahrgenommen. Überall in der Stadt gibt es teils uralte Tempel, insgesamt sind es  85 Stück, in denen etwa 1000 Mönche leben. Viele Tempel befinden sich in der Altstadt und können besucht werden, manche verlangen ein kleines Eintrittsgeld für das Hauptgebäude der Tempelanlage. Wir denken, dass es viele schöne Tempel zu besuchen gibt, die umsonst sind.

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Die meisten Laoten sind Anhänger des Theravada-Buddhismus. Viele Männer verbringen einmal in ihrem Leben eine bestimmte Zeit als Mönch, nach der sie von der Gesellschaft als ‚reif‘ anerkannt werden. In vielen laotischen Häusern haben wir kleine religiöse Altare gesehen, auf denen ein Buddha oder ein ähnlicher Buddha-Aspekt sitzt und die mit Lichtern ausgeschmückt sind. Es wird eine Opfergabe dargeboten, das können Räucherstäbchen sein, Essen oder andere Dinge – wir haben auch schon Zigarettenpackungrn darauf gesehen. Das Ganze ist wohl ziemlich tiefgründig und bei der Gestaltung muss man so einiges beachten.

Auf einem Spaziergang durch die Stadt kommen einem stets Mönche entgegen, die in ihren einfachen, orangen Gewändern meist in kleinen Gruppen unterwegs sind. Irgendwie ist der Anblick schon ein bisschen besonders und das ist es vielleicht auch, was den Buddhismus hier so präsent macht. Auch hier findet jeden Morgen der Almosengang statt, bei dem die Mönche Spenden in Form von Essen von den gläubigen Bewohnern erhalten.

Lokalitäten

Luang Prabang ist mit seinen 50.000 Einwohnern nicht besonders groß und die Halbinsel ist mit vielen kleinen Lokalen gesäumt, der Nam Khan fließt hier vorbei – das lässt die Stadt sehr gemütlich wirken. Auf dem Weg zur Spitze der Halbinsel werden die touristischen Lokale weniger und es tun sich mehrere einheimische Restaurants auf, in denen am Straßenrand gegessen wird. Wir waren einmal im Lao Lao Garden, einem bekannten Restaurant und haben dort einen Hot Pot gegessen – man bekommt einen großen Topf auf den Tisch gestellt, unter dem Kohle glüht und das Essen wird dann sozusagen frisch gegrillt. Oben drauf kommt das Fleisch und das Gemüse wird im Topfrand gekocht, in dem Suppenbrühe schwimmt.

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Auch das Utopia ist bekannt und in jedem Fall einen Besuch wert. Alles ist mit Meditationsmatten ausgelegt und gegessen wird am Boden. Der Blick auf den Nam Khan ist klasse und der Oreo-Bananen-Shake war der beste, den wir je probiert haben. Dort fällt es einem nicht schwer, stundenlang auf den Matten zu lümmeln und die Aussicht zu genießen. Yoga-Stunden gibt es auch!

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Was es zu entdecken gibt

Am letzten Tag haben wir uns einen Roller geliehen und sind zu den Kuang Si Waterfalls gefahren. Der Weg dorthin ist, wie fast alle Strecken, sehr sehenswert und am Wasserfall selbst kann man beidseitig bis zum Ursprungspunkt hochwandern. Wir haben uns leider für die falsche Seite entschieden und so hat unsere Wanderung im Dschungel und letztendlich im Nichts geendet, wir mussten umdrehen. Seit kurzem ist dort ein neuer Fluss entstanden, weshalb nur noch eine Seite des Bergs begehbar ist. Es war ne coole Erfahrung aber nochmal sollten wir das nicht machen – zum Glück sind wir keinen anderen Tieren begegnet außer einem Blutegel an meinem Bein.

In einigen der vielen Becken des Wasserfalls kann man baden, eine willkommene Abkühlung nach der Wanderung bei hoher Luftfeuchtigkeit. Es sind viele andere Leute da, man kann hier also nichts wirklich in Ruhe genießen – trotzdem sieht die ganze Kulisse aus wie ein kleines Paradies.

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Auf dem Heimweg hat Andi mich gezwungen mal unseren Roller zu fahren und hat mir eine kleine Fahrstunde gegeben. Ich war skeptisch weil ich echt noch nie vorher richtig Roller gefahren bin, aber wir sind heil angekommen und Spaß gemacht hats auch 🙂

An der Hauptstraße in Luang Prabang gibt es einen großen Nachtmarkt auf dem es viele verschiedene Dinge zu entdecken und kaufen gibt – Seidentücher, Rucksäcke, Essstäbchen, Kleidung.. einfach alles. Unsere größte Freude da war der Foodmarket, auf dem man für nicht mal 2 Euro eine Schüssel mit den verschiedensten Gerichten vollmachen kann, wie ein Buffet.

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Am Abend verwandelt sich die Stadt in ein kleines Lichtermeer mit vielen bunten Lämpchen und Lampions überall. Besonders in den Restaurants und Cafés wird es dann erst so richtig gemütlich.

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Wenn man mal weggeht vom Schuss kommt man in die Einheimischensiedlung, die wir eher durch Zufall erreicht haben. Hier sieht man das ursprünglichste Leben in Laos. Die Leute wohnen in minimalistisch ausgestatteten Häusern, mit ihren Hühnern und Hunden im Hof und leben einfach so wie wir vor 50 Jahren auf dem Dorf. Die Kleidung hängt draußen, vielleicht wegen der hohen Feuchtigkeit in den Räumen. Die Kinder spielen im Hof, rennen rum und spielen ganz frei – so etwas wie Fußbälle oder anderes Spielzeug außer Naturmaterialien sehen wir nur selten. Etwa 80% der Laoten sind in der Landwirtschaft tätig und in den einheimischen Wohngegenden oder in den Dörfern ist für viele auch der Tauschhandel noch das gängige Mittel zur Versorgung.

Alles in allem haben wir uns in Luang Prabang pudelwohl gefühlt und hätten locker noch ein paar Tage dort ausgehalten. Die Stadt hat einfach einen wundervollen Flair!

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