Im Backpackerparadies von Vang Vieng

Die Fahrt von Vientiane nach Vang Vieng geht gut und ist relativ schnell. Der Fahrer hält nur einmal an einer Art Raststätte an, um zu essen und eine Pause zu machen. Im Vergleichzu anderen Fahrten ist das angenehm wenig. Auf dem Weg von Vang Vieng nach Luang Prabang dürfen wir ganze 4 mal Pause machen, dementsprechend lange hat sich die Fahrt dann gezogen. Auf die angegebenen Fahrtzeiten kann man unserer Erfahrung nach ab und zu nochmal ein Stündchen drauf setzen, grundsätzlich fahren die Busse eigentlich nie pünktlich los.

ankunft in vang vieng

Abends in Vang Vieng sind wir zum Mekong runter, an dem es ein paar Sitzgelegenheiten auf Holzterrassen gibt. Die Nudeln, die wir da gegessen haben, haben mir fast Tränen in die Augen getrieben. So scharf! Andi hats irgendwie nicht so viel ausgemacht. Im Großen und Ganzen ist das Essen hier nicht wirklich scharf, bis auf ein paar Gerichte, die es in sich haben (und von denen wir auch schon welche erwischt haben). Grundsätzlich gibt es aber immer was zum nachwürzen und schärfen dazu.

Eigentlich ist Vang Vieng echt schön, wenn man weiß, wo man den feierwütigen Engländern und Australiern entgeht. Besonders an der Hauptstraße gibt es viele Bars und die Stadt ist ein bissl von jungen Touristen überlaufen. Happy Pizza mit Gras drauf gibt’s nach wie vor. Wir haben einen etwas verwirrten Typen in einer Bar gesehen, der dem Besitzer so lauthals erklären wollte, wie er sein Essen geschmacklich verbessern kann, dass alle ihm zuhören konnten. 5 Minuten später ist er eingeschlafen. Weitere 5 Minuten später war er wieder hellwach und rege am erzählen, als eine Meute Pub Crawler das gemütliche Café gestürmt hat. Vielleicht hat er sich einen Happy Shake gegönnt, die gibt’s nämlich auch mit Pilzen.

Tubing

Dabei ist das Tubing, das wohl einst das größte Sauf- und Drogenspektakel war, mittlerweile eher zu einer ruhigen Angelegenheit geworden. Auf der Strecke gibt es noch 2, 3 Bars, die Getränke verkaufen. Das wars. Die Einheimischen hier sind wohl etwas hin- und hergerissen zwischen dem Partycharakter der Stadt, den sie eigentlich nicht haben möchten und dem Geld, das der Tourismus mit sich bringt. Irgendwie traurig.

Für 60 000 Kip pro Person kann man sich gut 2 Stunden den Mekong runtertreiben lassen. Reifen gibt es bei sämtlichen Anbietern in der Stadt. Wir haben uns mit einem Tuktuk zur 4km entfernten Organic Farm bringen lassen, wo sich der Einstieg befindet und uns mit einem Laobeer in den Reifen geschlenzt und bis zum Zentrum treiben lassen. Ist auf jeden Fall ne Erfahrung wert, gerade wenn nicht von überall laute Musik dröhnt und allein schon wegen der Aussicht aufs Gebirge.

Aktivitäten drumherum

Zur bekannten blauen Lagune sind wir mit dem Roller gefahren, den wir uns für umgerechnet 4 Euro für 4 Stunden ausgeliehen haben. Was für uns selbstverständlich ist, sehen die Laoten anders – Helm tragen beim Zweirad fahren. Bis auf wenige Ausnahmen tragen die meisten keinen Helm, noch dazu fahren viele mit ihren Kindern auf den Rollern, teilweise auch zu viert, und nicht mal die haben Helme auf! Scheinbar muss denen ja ziemlich selten was passieren.

Ein bissl schade ist, dass der Wasserfall leicht überfüllt ist mit Touristen, ansonsten könnte man das als kleines Paradies bezeichnen.

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Das ist allgemein ein kleines Problem im Land – jeder schöne Ort wird zur Touri-Attraktion umfunktioniert. Kleine Restaurants schießen aus dem Boden und es wird auch ein bisschen Schnickschnack angeboten. Scheinbar ist der Tourismus (noch) keine bedeutende Einnahmequelle für Laos und es wäre so viel wert, wenn das Ganze ein bisschen authentischer gestaltet wäre. Denn eigentlich haben wir das Gefühl, dass Laos das am wenigsten touristische Land unserer bisherigen Reise ist. Trotzdem schätzen wir natürlich sehr, dass wir so schöne Orte sehen (dürfen)!!!

Die Tham Pou Kham Höhle oberhalb ist in 10 Minuten erklimmt, es führen sehr steile Steintreppen dorthin. Der Anblick ist schon ein bisschen faszinierend, in der Mitte ist ein liegender Buddha platziert und wenn man will, kann man bis tief ins Innere der Höhle wandern.

Im Gegensatz zum Weg zum Kaeng Nyui Fall war der Weg zur Lagune ein Spaziergang. Die Strecke zu den Wasserfällen ist nicht geteert und holprig ohne Ende, die Schlaglöcher unzählbar. Besonders als Sozio auf dem Roller eine Riesengaudi. Aber Andi ist sehr gut gefahren. 7 km ging es auf und ab (wie fast überall im Norden), bis wir an einem Parkplatz angekommen sind, um von dort aus zum Wasserfall zu laufen. Der Fußweg geht 10 Minuten und ist sehenswert, man geht über kleine Brücken und auf kleinen Stufen hinauf zum Wasserfall. Dort war es endschön und wir wären gerne  noch länger da geblieben.

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Einmal haben wir in einem kleinen einheimischen Lokal gegen Ende der Hauptstraße laotische Küche gegessen. Die wickeln ihre Nudeln und ein bisschen Gemüse in ein Salatblatt ein mit Soße drauf und ab in den Mund. Dazu gibt’s Fleisch vom Schwein, Ente oder Huhn. War lecker, ist aber kalt (bis aufs Fleisch).

Trotz der niedlichen Bars und dem Wahnsinns-Ausblick von unserem Balkon waren wir dann ein bisschen froh, Vang Vieng wieder verlassen zu können und Richtung Luang Prabang aufzubrechen.

Veröffentlicht in: Asien

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